Die Injektionsbemessung erfordert in Osnabrück eine präzise Abstimmung auf die heterogenen quartären Lockergesteine, die durch die Hase und ihre Nebengewässer geprägt wurden. Nach DIN EN 12715 und den ergänzenden Regelungen der DIN 4093 legen wir Injektionsdrücke, -mengen und -raster so fest, dass die geforderten Abdichtungs- oder Verfestigungseigenschaften erreicht werden, ohne den umgebenden Boden hydraulisch aufzureißen. Gerade in den Niederterrassen der Hase, wo Sande und Kiese mit schluffigen Lagen wechseln, entscheidet die korrekte rheologische Einstellung des Injektionsguts über den Projekterfolg. Wir kombinieren die Injektionsbemessung regelmäßig mit dem CPT-Versuch, um die Schichtlagerung zentimetergenau aufzulösen, bevor wir das Injektionsschema festlegen.
Eine Injektionsbemessung ohne vorherige Erkundung der Bodendurchlässigkeit ist wie eine Rezeptur ohne Kenntnis der Zutaten – in Osnabrück mit seinen heterogenen Flussablagerungen ein unkalkulierbares Risiko.
Unser Ansatz
Die baugeschichtliche Entwicklung Osnabrücks – von der mittelalterlichen Altstadt mit ihrer teils aufgefüllten Stadtbefestigung bis zu den industriellen Erweiterungen im 19. Jahrhundert – hat einen Baugrund hinterlassen, der von anthropogenen Auffüllungen, alten Fundamentresten und verfüllten Hohlräumen durchzogen ist. Diese Inhomogenitäten verlangen eine Injektionsbemessung, die nicht nur die Tragfähigkeit des Untergrunds erhöht, sondern auch unkontrollierte Wegsamkeiten für das Injektionsgut ausschließt. In solchen innerstädtischen Lagen setzen wir ergänzend Widerstandsmessungen ein, um Bereiche mit geringer Lagerungsdichte oder Hohlräume zu identifizieren. Bei Gründungen im Bereich der Osnabrücker Kalkbänke des Muschelkalks, die zur Verkarstung neigen, passen wir das Injektionskonzept gezielt an die Klüftigkeit des Felses an und dimensionieren die Verfüllung nach den Kriterien des Eurocode 7. Unsere Bemessung berücksichtigt dabei stets die lokale Grundwasserdynamik, die im Osnabrücker Talkessel saisonal stark schwanken kann.
Fragen und Antworten
Was kostet eine Injektionsbemessung für ein Bauvorhaben in Osnabrück?
Die Kosten für eine Injektionsbemessung liegen je nach Umfang der erforderlichen Baugrunderkundung und der Komplexität des Injektionskonzepts zwischen €1.250 und €4.080. Einfache Nachverdichtungen kleiner Bauflächen liegen am unteren Ende, während umfangreiche Hohlraumverfüllungen mit rheologischen Laborversuchen und numerischer Modellierung den oberen Bereich erreichen.
Welche Bodenkennwerte benötigen Sie für die Injektionsbemessung?
Für eine belastbare Bemessung benötigen wir die Korngrößenverteilung, den Durchlässigkeitsbeiwert aus Pumpversuchen, die Lagerungsdichte aus Sondierungen und bei Fels die Kluftöffnungsweite sowie die RQD-Zahl. Diese Werte erlauben uns, die Injizierbarkeit des Baugrunds nach DIN EN 12715 zu beurteilen.
Wie wird der maximal zulässige Injektionsdruck festgelegt?
Der maximale Injektionsdruck wird so begrenzt, dass kein hydraulisches Aufreißen (Frac) des Bodens eintritt. Wir ermitteln die Grenze über die effektive Vertikalspannung am Injektionspunkt, zuzüglich eines Sicherheitsabschlags, der in Osnabrück aufgrund der häufig geringen Überdeckung in Flussnähe konservativ angesetzt wird.
Welche Rolle spielt das Grundwasser bei der Injektionsbemessung in Osnabrück?
Das Grundwasser im Osnabrücker Talkessel steht oft nur wenige Meter unter Gelände und schwankt saisonal stark. Bei der Bemessung von Zementsuspensionen muss die Gefahr der Auswaschung des Zements vor dem Erhärten berücksichtigt werden. Wir passen die Rezeptur dann mit Beschleunigern an oder wählen alternative Bindemittel, um eine stabile Verpressung zu gewährleisten.