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Bemessung aktiver und passiver Ankersysteme in Osnabrück

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Im Osnabrücker Stadtgebiet begegnen uns regelmäßig Bauvorhaben, die mit beengten Platzverhältnissen und einem sehr unruhigen Bodenprofil kämpfen. Die quartären Ablagerungen im Osnabrücker Hügelland – Geschiebemergel, Sandlinsen und teilweise aufgeweichte Tonsteine des Jura – stellen jede Baugrube im Bestand vor Herausforderungen. Eine konventionelle Rückverankerung stößt hier schnell an Grenzen. Wir greifen dann auf eine präzise bemessene aktive oder passive Verankerung zurück, die den Erddruck dort aufnimmt, wo er tatsächlich angreift. Entscheidend ist das Verständnis der lokalen Geologie: Nördlich der Innenstadt stehen wir oft auf sandigen Terrassenablagerungen, während im Süden und Osten die Tonsteine des Wiehengebirgsvorlandes anstehen. Beides erfordert ein völlig anderes Ankerkonzept. In der Praxis kombinieren wir die Ankerbemessung bei schwierigen Untergrundverhältnissen mit einem vorgelagerten Sondierprogramm mittels Drucksonde, um den Spitzenwiderstand lagenweise zu erfassen und die Krafteinleitung präzise zu modellieren.

In Osnabrück entscheidet oft der richtige Ansatz in der tiefen Gleitfuge über die Wirtschaftlichkeit der gesamten Ankerbemessung.

Unser Ansatz

Ein typischer Fall aus unserer Praxis: Ein fünfgeschossiger Neubau mit Tiefgarage in der Osnabrücker Weststadt, direkt angrenzend an eine gründerzeitliche Blockrandbebauung. Der Baugrubenverbund musste auf knapp 7 Meter Tiefe abgestützt werden, der verbleibende Arbeitsraum betrug stellenweise weniger als 80 Zentimeter. Eine Steifenaussteifung schied aus. Wir haben uns für eine mehrlagige, temporäre Verpressankerung entschieden, die im anstehenden Geschiebemergel eine freie Stahllänge von 5 Metern und eine Verpressstrecke von 6 Metern erhielt. Die Vorspannung erfolgte nach Aushärtung des Zements stufenweise auf 250 kN. Die rechnerische Standsicherheit wiesen wir nach DIN EN 1997-1:2014-03 in Kombination mit DIN 1054:2021-04 nach, wobei der Nachweis in der tiefen Gleitfuge für die hangabwärts gelegene Seite maßgebend wurde. Bei solchen innerstädtischen Projekten ergänzen wir die Ankerbemessung zunehmend durch ein geotechnisches Monitoring des Aushubs, um Verformungen an der Nachbarbebauung in Echtzeit zu kontrollieren und notfalls die Ankerkräfte nachjustieren zu können.
Bemessung aktiver und passiver Ankersysteme in Osnabrück
Technisches Referenzbild — Osnabrück

Lokaler geotechnischer Kontext

Zwischen dem Osnabrücker Innenstadtbereich mit seinen mächtigen Talfüllungen und den Hanglagen in Stadtteilen wie Voxtrup oder Dodesheide bestehen gravierende Unterschiede im Baugrundrisiko. In der Innenstadt treffen wir auf organische Weichschichten in ehemaligen Auenbereichen der Hase, die praktisch keine Mantelreibung aufbauen – ein klassisches Versagenskriterium für Kurzanker. Hier hilft nur eine deutliche Verlängerung der Verpressstrecke oder der Wechsel auf ein passives System mit inkrementeller Kraftaufnahme. In den Hanglagen des Osnabrücker Berglandes hingegen dominiert der Kluftkörper des Jura-Tonsteins: Wasserwegsamkeiten auf Klüften reduzieren die effektive Verpressreichweite und können zu lokalen Zementverlusten führen, die die Tragfähigkeit um 30 Prozent mindern. Wir begegnen dem mit einer vorauseilenden Durchlässigkeitsuntersuchung in situ, um Wasserwegigkeiten zu kartieren, bevor die Ankerbohrungen abgeteuft werden. Das spart Nachinjektionen und verhindert böse Überraschungen beim Abnahmeversuch.

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Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
NachweisverfahrenEC7-1, DIN 1054, EAU 2020
AnkertypenLitze, Gewindestahl, aktive/passive Systeme
BodenmodellFE-basierte Last-Verformungsanalyse (Plaxis)
KorrosionsschutzKlasse I (temporär) / Klasse II (dauerhaft)
PrüfverfahrenEignungs-, Abnahme-, Kontrollprüfung
VorspannkraftBis 600 kN je Anker (nach Freigabe)
BohrverfahrenDrehbohren, Imlochhammer, Spülbohrung

Zugehörige Fachleistungen

01

Standsicherheitsnachweise für Baugrubenwände

Vollständige Bemessung nach EC7-1 und DIN 1054 für einfach und mehrfach rückverankerte Trägerbohlwände, Spundwände und Bohrpfahlwände. Inklusive Nachweis der tiefen Gleitfuge und der Gebrauchstauglichkeit.

02

Dauerhafte Hang- und Böschungsverankerung

Bemessung passiver Ankersysteme für dauerhafte Stützbauwerke in den Osnabrücker Hanglagen. Mit Berücksichtigung von Kluftwasser und Frostsicherheit gemäß ZTV-ING.

03

Prüfstatik und Bauüberwachung Ankertechnik

Aufstellung von Prüfprogrammen für Eignungs- und Abnahmeprüfungen, Auswertung der Last-Verformungskurven und Überwachung der Vorspannarbeiten auf der Baustelle.

Referenznormen

DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7, Geotechnische Bemessung), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise), DIN EN 1537:2014-11 (Verpressanker – Ausführung und Prüfung), EAU 2020 (Empfehlungen des Arbeitsausschusses Ufereinfassungen)

Fragen und Antworten

Was kostet eine Ankerbemessung für eine Baugrube in Osnabrück?

Die Honorarkosten für die statische Bemessung einer rückverankerten Baugrubenwand in Osnabrück liegen je nach Komplexität und Anzahl der Ankerlagen zwischen 820 € und 3.360 €. Bei mehrlagigen Systemen mit Nachweis der tiefen Gleitfuge und FE-Modellierung bewegt man sich im oberen Bereich. Hinzu kommen die Kosten für Baugrunderkundung und Ankerprüfungen.

Welcher Ankertyp eignet sich für den Osnabrücker Geschiebemergel?

Im dichten Geschiebemergel des Osnabrücker Hügellandes haben sich Verpressanker mit nachträglichem Verpresskörper (Typ B nach DIN EN 1537) bewährt. Die Mantelreibungswerte liegen bei etwa 200 bis 350 kN/m². Wichtig ist eine saubere Bohrlochstabilität: Bei wasserführenden Sandlinsen muss das Bohrloch verrohrt abgeteuft werden, damit der Verpresskörper nicht auswäscht.

Wie lange dauert die Bearbeitung einer Ankerstatik?

Für eine einlagig rückverankerte Baugrubenwand rechnen Sie mit etwa zwei bis drei Wochen Bearbeitungszeit ab Vorliegen des vollständigen Baugrundgutachtens. Bei mehrlagigen Systemen oder numerischen Vergleichsberechnungen mit Plaxis verlängert sich die Dauer auf vier bis fünf Wochen. Wir stimmen den Zeitplan frühzeitig mit dem Tragwerksplaner und dem Bauordnungsamt ab.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Osnabrück und Umgebung.

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