Die Geologie Osnabrücks ist ein Wechselspiel: quartäre Sande und Kiese im Tal der Hase treffen auf die verkarsteten Kalksteine des Teutoburger Waldes. Wer hier ein Bauwerk plant, braucht klare Zahlen zur Wasserdurchlässigkeit. Nicht aus Tabellen. Vom Feld. Genau dafür setzen wir den Felddurchlässigkeitsversuch ein. Der Lefranc-Test liefert im Lockergestein den kf-Wert direkt im Bohrloch. Im klüftigen Fels kommt das Lugeon-Verfahren mit Packer zum Einsatz. Beide Methoden sind in Osnabrück relevant – oft auf engstem Raum. Die Kombination mit einer Korngrößenanalyse erlaubt später den Abgleich mit Laborwerten. So entsteht ein belastbares Bild der Untergrunddurchlässigkeit. Keine Schätzwerte. Keine Überraschungen im Bauablauf.
Ein Lugeon-Versuch im Karst ist wie ein EKG für den Fels – er zeigt sofort, wo das Wasser fließt und wo nicht.
Unser Ansatz
Die Unterschiede im Stadtgebiet sind gewaltig. Im Westen, etwa in Hellern, dominieren sandige Ablagerungen mit kf-Werten um 1x10⁻⁴ m/s. Ein klassischer Fall für den Lefranc-Test mit fallender Druckhöhe. Im Süden, am Schölerberg, steht der Osning-Sandstein an. Verwittert. Zerklüftet. Hier messen wir mit dem Lugeon-Packer in 5-Meter-Abschnitten. Die Ergebnisse streuen stark – von 3 bis über 50 Lugeon. Diese Bandbreite ist typisch für das Osnabrücker Bergland. Wir dokumentieren jeden Schritt nach DIN EN ISO 22282. Unsere Packer sitzen exakt. Die Druckstufen fahren wir nach Schema. Nur so erhält man reproduzierbare Werte. Ergänzend zur Durchlässigkeit prüfen wir bei Bedarf die Böschungsstabilität angrenzender Hänge, wenn Versickerung oder Aushub die Standsicherheit beeinflussen könnten.
Fragen und Antworten
Wann setzt man den Lefranc- und wann den Lugeon-Versuch ein?
Lefranc ist das Verfahren für Lockergestein: Sande, Kiese, schluffige Böden. Der Versuch läuft im offenen Bohrloch. Lugeon kommt im Fels zum Einsatz. Ein Packer dichtet den Prüfabschnitt ab. Dann wird unter definiertem Druck Wasser eingepresst. Der Grenzwert liegt bei der Bohrlochstabilität: bricht die Bohrlochwand nach, ist Lefranc nicht mehr möglich. In Osnabrück wechselt das oft schon nach wenigen Metern Tiefe.
Welche kf-Werte sind für eine Versickerungsanlage in Osnabrück erforderlich?
Die DWA-A 138 empfiehlt einen kf-Wert zwischen 1x10⁻³ und 1x10⁻⁶ m/s. Die Talsande der Hase liegen meist im optimalen Bereich um 1x10⁻⁴ m/s. In den Hanglagen mit tonigen Einschaltungen unterschreiten die Werte oft 1x10⁻⁶ m/s. Dann ist eine reine Flächenversickerung nicht mehr genehmigungsfähig. Wir messen den Wert in situ, denn Labormessungen an gestörten Proben liefern oft zu niedrige Werte.
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Osnabrück?
Die Kosten liegen zwischen €500 und €990 pro Versuch, abhängig von der Tiefenlage und der Anzahl der Druckstufen. Ein Lugeon-Test mit Doppelpacker im tiefen Karst liegt am oberen Ende, ein einfacher Lefranc-Test in einer flachen Bohrung am unteren. Die genaue Summe ergibt sich aus dem erforderlichen Bohrgerät und der Prüfdauer.
Warum werden fünf Druckstufen beim Lugeon-Test gefahren?
Die Abfolge der Drücke – meist niedrig-mittel-hoch-mittel-niedrig – deckt nichtlineares Verhalten auf. Eine Kluft kann sich bei hohem Druck aufweiten. Der Volumenstrom steigt dann überproportional. Fällt er danach nicht auf den Ausgangswert zurück, wurde das Gebirge irreversibel verändert. Dieses Verhalten ist typisch für tektonisch beanspruchten Osnabrücker Kalkstein und entscheidend für die Planung von Injektionen.